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| Medizinische
und gesund-heitliche Informationen zu Wasserbetten |
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| Allgemeine
Informationen zum gesunden Schlaf |
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| Wasserbetten
Hersteller (Made in Germany) |
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| Schlafberater
"Liegeeigenschaften" |
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© Copyright 2004
GeBiom/R.E.S.T. e.V.
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Liegesysteme - Damit sie das
wichtigste Drittel Ihres Lebens unter den allerbesten Bedingungen
verbringen.
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Süßer
Schlaf, Du kommst wie reines Glück !
(J. W. von Goethe) |
| Richtig
Liegen - gesund Schlafen - aber wie? |
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Wie
lange kann ein Mensch ohne Schlaf leben? Ganz genau weiß das
niemand. Die ersten Untersuchungen unternahmen amerikanische Forscher
schon im letzten Jahrhundert. Bei allen Ergebnissen bis heute steht
eins fest: Schlafmangel macht uns krank! Vor allem führt
Schlafmangel zum Zusammenbruch unseres Immunsystems. Schlaf ist also
nicht nur erholsam, sondern lebenswichtig.
1/3 unseres Lebens verbringen wir mit Schlaf. In der Nacht laufen alle
wichtigen Regenerationsphasen ab. Der Hormonausschuss wird angehoben
und alle nicht der Regeneration dienenden Funktionen und
Aktivitäten des Organismus werden herabgesetzt.
Der gesunde und erholsame Schlaf wird durch viele Faktoren
beeinflusst: Körperliche Arbeit, Umgang mit Stress,
Ernährung, Raumtemperatur, Schlafraumhygiene und vieles mehr.
Kaum etwas beeinflusst unseren Schlaf aber dermaßen, wie
unsere Matratzen oder Liegesysteme!
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| Welche
Matratzentypen und Systeme kennen wir? |
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Federkernmatratzen sind hierzulande
die am häufigsten verkauften und von der Stiftung Warentest am
schlechtesten bewerteten Matratzen! Eine Weiterentwicklung sind die
Taschen- oder Taschentonnenferderkernmatratzen. Hier sind die
Metallspiralen in kleinen Säckchen eingenäht. In den
herkömmlichen, meist billigen Federkernmatratzen sind die
Spiralen entweder in einer endlosen Reihe mit einander verflochten
(Endlosfederkern) oder die Federn sind einzeln nebeneinander gesetzt
(Taillenfederkern).
Latexmatratzen
bestehen aus Naturlatex, der aus der Milch des Kautschukbaumes
hergestellt, der z.B. in Indonesien oder Sri Lanka
wächst. Synthetiklatex der allergenfreundlicher sein
soll wird im Gegensatz zum sehr allergisch wirkenden Naturprodukt sehr
energieaufwendig aus Erdöl gewonnen, ist also genaugenommen
ein Kunststoff! Von Stiftlatex spricht man, wenn der Kern von kleinen
Luftkanälen durchzogen ist. Beim Kavernenlatex sind
größere Hohlräume integriert.
Jean Pütz und die Verbraucherverbände empfehlen bei
Latexmatratzen darauf zu achten, dass die Polsterschichten nicht mit
dem Innenleben verklebt sondern versteppt sind. Klebefläche
verhindert nämlich den Luft- und Feuchtigkeitsaustausch.
Schaumstoffmatratzen
aus gut aufgeschäumtem Polyurethan können was den
Liegekomfort angeht inzwischen durch aus mit Latex, Federkern- oder
Naturmatratzen konkurrieren. Oft bestehen sie auch heute leider nur aus
einem einfachen Stück, die besseren sind aber schon durch
zahlreiche Zonen oder Löcher, Hohlräume oder
Luftkanäle durchzogen. Entscheidend bei Schaumstoffmatratzen
sind der Aufbau, die Anpassungsfähigkeit sowie beim
Material Raumgewicht und Stauchhärte. Hier gilt: Je
höher das Raumgewicht, desto formstabiler die Matratze.
Kaltschaummatratzen
lösen immer mehr die klassische PUR Matratze ab. Sie entstehen
mit Hilfe von Wasser. Das Innovative ist die Reduzierung der
Grundstoffe auf nur zwei Basiskomponenten, die mit einem Katalysator
und Wasser als Treibmittel emulgiert werden. Durch die während
des Emulgierens freigesetzte Wärme wandelt sich das Wasser in
Wasserdampf um, der das Polstermaterial aufschäumt. Der
Vorgang ist vergleichbar mit dem Aufgehen von Brotteig. Insbesondere
enthält es keinen der zahlreichen Zusätze, die bei
herkömmlichen Produkten zum Einstellen der
Materialeigenschaften benötigt werden. Spezifisches Gewicht,
Weichheit, Festigkeit, Dehnung und Elastizität werden allein
durch Veränderung der Mengen der beiden Basiskomponenten und
des Anteils der zum Emulgieren erforderlichen Wassermenge
bestimmt. Die Vielschichtigkeit ist aber auch das Problem. Es
ist sehr aufwendig gut stützende Matratzen
herzustellen.
Naturmatratzen
werden meist aus mehreren natürlichen Materialien in Lagen
übereinandergeschichtet. Am häufigsten findet man
Schafwolle, Baumwolle oder Leinen. Für die Festigkeit sorgt
meist ein Kern aus Latex oder Kokosfasern. Mediziner
empfehlen sich bei Verdacht auf Allergien sich auf jeden Fall
eine Materialprobe geben zu lassen, um zu vermeiden, dass Ihnen im Bett
plötzlich die Augen tränen.
Viscoelastische
Matratzen werben mit einem Schaumstoff aus der Raumfahrt.
Sie sollen sich besonders gut anpassen, sind zumeist aus einem
Stück. Besser geeignet erscheint den meisten
Schlafforschern die Kombination mit anderen Materialien wie z. B.
Kaltschaum. Bedacht werden sollte auch, das die
Anpassungsfähigkeit sehr von der Raumtemperatur
abhängig ist. Hier gilt vor allem bei sehr dicken Schichten,
dass diese sich erst bei über 20 Grad Celsius gut dem
Körper anpassen.
Lattenrost.
Alle aufgeführten Matratzen benötigen einen
Lattenrost. Es gibt starre Lattenroste bei denen die Querlatten fest
mit einem Rahmen verbunden sind und flexible Lattenroste.
Hier stecken die Latten meist in elastischen
„Schuhen“, oder sind nebeneinander auf einem
Stoffgurt befestigt. Als Faustregel gilt noch heute im Fachhandel:
weiche Matratze starrer Lattenrost – harte Matratze flexibler
Lattenrost. So einfach ist es allerdings nicht!
Wasserbetten
sprechen meist gezielt kreuzschmerzgeplagte Kunden
an. Und in der Tat geben 90% der Wasserbettenschläfer an
weniger oder gar keine Rückenprobleme mehr zu haben.
Wasser ist nicht komprimierbar und kann so bei richtiger
Befüllung eine sehr gute Unterstützung
geben. Durch die optimale Druckverteilung kommt es
auch zu wesentlich weniger Dreh- und Wendebewegungen. Als besonders
angenehm wird die zusätzliche Wärmezufuhr erachtet.
Wasserbett ist nicht gleich Wasserbett. Das Liegegefühl ist
auf Grund der unterschiedlichen Folien und Textilien durchaus
unterschiedlich.
Luftbetten
sprechen ebenfalls kreuzschmerzgeplagte Kunden an. Zwar ist
Luft im Gegensatz zu Wasser komprimierbar – durch die
individuelle Einstellbarkeit aber gut geeignet um Druckentlastungen
durchzuführen.
Allerdings muss bei Luftbetten auf das Zusammenspiel mit anderen
Materialien geachtet
werden.
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| Richtig
Liegen |
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Im
Liegen ist der Rücken vom Körpergewicht und vom Druck
auf die Wirbelkörper befreit, die Muskulatur kann sich
entspannen, die Bandscheiben nehmen aus dem umliegenden Gewebe
wieder Flüssigkeit auf. Das geschieht vor allem
während der Nachtruhe; deshalb ist eine ausreichende Ruhezeit
für den Rücken besonders wichtig.
Während des Schlafens ändert sich die
Körperstellung unwillkürlich viele Male. Da die
Schlafbewegungen unbewusst ablaufen, lässt sich nur
die Einschlafstellung „trainieren", und das auch nur in
Grenzen.
• Schlafen in der Seitenlage:
Diese Schlafstellung gilt als die günstigste
für das Rückgrat - am besten mit leicht angewinkelten
Beinen. Auf einer körperunterstützenden
Matratze liegt die Wirbelsäule auf der Seite in ihrer
natürlichen Form, ohne sich krümmen oder verdrehen zu
müssen.
• Legen Sie den Kopf zur Unterstützung von Hals und
Nacken auf ein kleines, nicht zu dickes Kissen. Zu hohe oder prall
gefüllte Kissen zwingen die Halswirbelsäule in eine
ungünstige, seitlich gebogene Stellung. Die Nackenmuskulatur
kann sich verspannen, und Sie wachen mit einem „steifen Hals"
auf.
• Das Schlafen in der Seitenlage
müssen Sie bei vielen herkömmlichen Matratzen
ausgleichen und stabilisieren, Experten der Stiftung
Warentest raten: Schieben Sie dafür ein Kissen oder die
Bettdecke zwischen die Knie.
• Schlafen in
Rückenlage: Wenn Sie am liebsten auf dem
Rücken einschlafen, gibt es auch hier wieder den Rat der
Stiftung Warentest und einigen Orthopäden: „Sie sollten sich auf jeden Fall ein dickeres Kissen unter Ihre Knie
legen“. Die dadurch leicht angewinkelten Beine entlasten den
Lendenwirbelbereich und beugen einem Hohlkreuz vor. Auch in der
Rückenlage benötigen Sie ein
anpassungsfähiges Kissen als Kopf- und Nackenstütze.
• Schlafen in Bauchlage:
Sie ist, vor allem für schwergewichtige Menschen, die
ungünstigste Schlafposition für den Rücken. Wenn möglich,
sollten Sie diese Haltung meiden oder versuchen sich abzugewöhnen. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie
bereits Beschwerden im Lendenwirbelsäulenbereich
haben und erst recht, wenn Sie an den Bandscheiben operiert wurden. In
der Bauchlage krümmt sich das Rückgrat leicht zum
Hohlkreuz, im Nackenbereich muss es sich verdrehen, damit der Kopf auf
die Seite gelegt werden kann. Meist wird die gesamte Schultermuskulatur
in dieser Stellung beansprucht - entsprechend verspannt können
Sie aufwachen.
Um sich die Bauchlagen-Einschlafstellung allmählich
abzugewöhnen, hilft es, wenn Sie das Fußende
hochstellen. Solange Sie nur in der Bauchlage schlafen können,
sollten Sie sich auf jeden Fall ein flaches, festes Kissen unter den
Bauch legen, um der Hohlkreuzbildung entgegenzuwirken.
Wie sieht denn nun nach Meinung der Stiftung Warentest, Jean
Pütz (Hobbythek) und den meisten Orthopäden die
richtige Liegestelung aus?
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| Die
richtige Matratze |
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Matratzen
mit guten körperunterstützenden Eigenschaften in
Kombination mit einem guten Unterbau ermöglichen den
Bandscheiben am besten, Flüssigkeit zu sammeln und
sich zu erholen. Die optimale Matratze verteilt das Druckgewicht des
Körpers gleichmäßig: Sie gibt dort nach, wo
der Druck am größten ist, nämlich unter der
Hüfte und den Schultern; gleichzeitig stützt sie die
Taille und die Beine. So bleibt die Wirbelsäule in ihrer
natürlichen Form.
Allzu weiche oder allzu harte Matratzen hingegen lassen das
Rückgrat durchhängen oder zwingen es sich zu
krümmen, was Muskelverspannungen provoziert. Zu
spüren ist dies meist am nächsten Morgen, wenn man
mit Rückenbeschwerden aufwacht.
Wir sind der Meinung, dass erst einmal herausgestellt werden muss, von
welchen Faktoren das richtige Liegen als Voraussetzung für
gesunden Schlaf abhängig ist:
Um die Effektivität von Liegesystemen beurteilen zu
können, ist es sinnvoll, biomechanische
Gesetzmäßigkeiten zu betrachten, da beispielsweise
die Wechselwirkung zwischen einer Matratze und einem darauf liegenden
Menschen erklärt werden kann. Daher soll zunächst
eine Definition des Begriffs Biomechanik gegeben werden:
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| Die
Biomechanik |
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Die Biomechanik
untersucht Kräfte, die von außen auf ein
biologisches System oder innerhalb dieses Systems wirken, und die
Effekte, die von solchen Kräften verursacht werden.
Das bedeutet speziell für die Biomechanik des Liegens, dass
zum einen Kräfte untersucht werden, die auf den liegenden
Menschen wirken, und zum anderen die dadurch hervorgerufenen Effekte.
Wie aus dem Begriff Biomechanik selbst aber auch aus der Definition
hervorgeht, handelt es sich um eine interdisziplinäre
Vorgehensweise mit den Teilbereichen Biologie und Mechanik. Erzeugt ein
Kugelstoßer eine Kraft, die auf eine Kugel
übertragen wird, so wird diese Kugel in Bewegung gesetzt. Das
bedeutet gemäß der Definition der Biomechanik, dass
der Effekt der Kraft eine Bewegung ist. Nun hat das Liegen auf einer
Matratze sehr wenig mit Bewegung zu tun. Ist daraus zu folgern, dass
keine Kraft wirkt, wenn keine Bewegung zu erkennen ist? Dass
diese Folgerung nicht zulässig ist, soll das Beispiel
Tauziehen verdeutlichen. Wenn an den beiden Seilenden mit jeweils
gleicher Kraft gezogen wird, so entsteht keine Bewegung, sondern das
Seil bleibt in Ruhe. Allerdings wird das Seil auf Zug beansprucht.
Analog dazu könnte beispielsweise eine Stange auf Druck
beansprucht werden, wenn die beiden Personen mit gleicher Kraft gegen
die Stange drücken würden. Das bedeutet, dass eine
Kraft nicht nur eine Bewegung erzeugen, sondern auch als
Materialbeanspruchung wirksam werden kann. Dieses kann noch einmal an
dem Beispiel Halten einer Kugel verdeutlicht werden. Die Kugel in der
Hand befindet sich in Ruhe. Dennoch wirken zwei Kräfte, die
Gewichtskraft der Kugel wirkt nach unten und die Haltekraft des Armes
genau entgegengesetzt. Der Unterarmbeugemuskel (Bizeps) erzeugt eine
Kraft in Pfeilrichtung, hält also den Unterarm in der
waagerechten Position. Gleichzeitig drückt die Gewichtskraft
der Kugel den Unterarm nach unten, so dass der Muskel auf Zug
beansprucht wird.
Für den Menschen, der in Ruhe auf einer Matratze liegt, ist
entsprechend zu folgern, dass er bzw. Teile von ihm durch die Unterlage
beansprucht werden.
Da der menschliche Körper nicht so homogen geformt ist wie
eine Kugel, ist die Gewichtskraft allein nicht das entscheidende
Beanspruchungskriterium, sondern auch wie sich die Kraft verteilt. Der
Unterschied besteht in der Kontaktfläche. Während der
Körper auf einer harten unnachgiebigen Unterlage auf nur vier
Punkten gelagert ist (Kopf, Brustwirbelsäule,
Gesäß und Ferse), liegt er auf einer nachgebenden ,
anpassungsfähigen Unterlage auf der gesamten Fläche
auf, was geringere Druckwerte als oben verursacht. Der Druck ist also
über das Verhältnis zwischen Kraft und
Fläche definiert:
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| Druck
= Kraft / Fläche |
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Das bedeutet, dass der Druck steigt, wenn die
Kraft ansteigt oder wenn die Fläche geringer wird.
Bezüglich der Druckbeanspruchung beim Liegen auf einer
Matratze ist daher das Ziel zu formulieren, die Kontaktfläche
zu vergrößern, da die Gewichtskraft nicht zu
variieren ist. Wenn diese Anforderung an eine Matratze erfüllt
werden soll, sind Kenntnisse über die Anatomie des Menschen,
insbesondere der Wirbelsäule erforderlich.
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| Anatomie |
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Der
Teil des menschlichen Körpers, der das
größte Gewicht besitzt und die
größte Fläche abdeckt, ist der Rumpf. Dabei
ist die Wirbelsäule als knöcherne Struktur und deren
besondere Form ein entscheidendes Element. Die menschliche
Wirbelsäule besteht aus einzelnen Wirbeln, die gelenkig
miteinander verbunden sind, wodurch die Beweglichkeit der
Wirbelsäule und damit des gesamten Oberkörpers
gewährleistet wird. Die Wirbelsäule wird eingeteilt
in 7 Hals-, 12 Brust- und 5 Lendenwirbel sowie dem Kreuz- und
Steißbein, deren Einzelwirbel fest zusammengewachsen sind.
Der Verlauf der Wirbelsäule ist von hinten betrachtet
(Frontalansicht) gerade. Bei einer unphysiologischen seitlichern
Neigung wird von einer Skoliose gesprochen. Von der Seite betrachtet
(Sagittalansicht) nimmt die Wirbelsäule einen doppelt
s-förmigen Verlauf. Sie ist im Halsbereich nach
vorne, im Brustbereich nach hinten, im Lendenbereich nach vorne und im
Kreuzbeinbereich nach hinten gewölbt. Eine Wölbung
nach vorne heißt Lordose, eine Wölbung nach hinten
Kyphose. Das bedeutet, die normale Wirbelsäule besitzt eine
Hals- und Lendenlordose sowie eine Brust- und Kreuzbeinkyphose.
Unphysiologische Abweichungen können beispielsweise ein
Flachrücken, bei dem die Ausformungen im Brust- und/oder
Lendenbereich fehlen, ein Rundrücken, was eine
Überkyphosierung der Brustwirbelsäule ist, oder ein
Hohlrücken, womit eine Überlordosierung der
Lendenwirbelsäule gemeint ist, sein.
Jeder Wirbel besteht aus einer Deckplatte, die den wesentlichen
Baustein zur Kraftübertragung und damit zur
Stabilität darstellt. Hinter der Deckplatte befindet sich der
Wirbelkanal, der durch einen knöchernen Ring umgeben ist.
Durch diesen Kanal verläuft das Rückenmark, welches
neben dem Gehirn zum Zentralen Nervensystem gehört. Zwischen
den Wirbeln verlassen die einzelnen Nervenbahnen das
Rückenmark, so dass das Rückenmark von oben nach
unten immer schmaler wird, was ebenfalls für den Wirbelkanal
gilt. Umgekehrt verhält es sich bei den Wirbeldeckplatten. Sie
werden nach unten hin immer größer, da sie dort
größere Lasten zu tragen haben.
Zwischen jeweils zwei Wirbelkörpern befinden sich die
Bandscheiben, die zur Dämpfung des Systems dienen. Bei den
Bandscheiben ist es wichtig, dass sie gleichmäßig
belastet werden. Andernfalls wird der Gallertkern, der sich im Innern
der Bandscheibe befindet, nach außen gedrückt, was
schlimmstenfalls zu einem Bandscheibenvorfall führen kann.
Dann tritt das Gewebe aus der Bandscheibe heraus und kann auf die
Nervenbahnen des Rückenmarks drücken, was mit starken
Schmerzen verbunden ist. In einem solchen Fall ist es besonders
wichtig, dass die Wirbelsäule in ihrer physiologischen Form
gelagert wird, da sonst der Druck auf die Nervenbahnen erhöht
werden kann.
Aus diesen anatomischen Besonderheiten der Wirbelsäule ergeben
sich einige Konsequenzen für das Liegen auf einer Matratze. In
der Seitenlage sollte die Wirbelsäule gerade verlaufen, wenn
nicht bereits eine Skoliose vorliegt. Durch eine ungeeignete
Liegefläche kann die Wirbelsäule in eine
Bogenspannung gebracht werden, was zu einer
ungleichmäßigen und damit ungünstigen
Beanspruchung der Bandscheiben führt.
Ebenso wichtig ist die physiologische Lagerung der Wirbelsäule
in Rückenlage. Als Negativbeispiel gilt zumeist eine stark
durchhängende Matratze, bei der sowohl die Brustkyphose als
auch die Lendenlordose unterdrückt werden. Eine optimale
Liegefläche muss sich der physiologischen Form des
menschlichen Körpers anpassen. Um diese Anforderungen
erfüllen zu können, muss eine Matratze punktelastisch
und nicht flächenelastisch sein. Das bedeutet, wenn eine Kraft
an einem Punkt wirkt, dann darf die Matratze nur an diesem Punkt
elastisch nachgeben und nicht über eine große
Fläche, wie es in dem Negativbeispiel der Fall ist. Das
bedeutet auch, dass der Bezug einer Matratze elastisch sein muss, da
andernfalls mögliche punktelastische Eigenschaften des
Matratzenkerns nicht zum Tragen kommen.
Insgesamt sind alle diese Anforderungsprofile darauf ausgerichtet, den
Maximaldruck zu senken, indem die Kraft auf eine
größere Fläche verteilt wird. Dennoch ist
es nicht möglich und auch nicht wünschenswert, dass
der Druck an allen Körperstellen gleich groß ist,
denn beispielsweise kann das Gesäß mehr Druck
vertragen als der Lendenwirbelsäulenbereich. Aber durch eine
günstige Abstützung auch dieses Bereichs
(Stützfaktor) kann eine optimale Kraftverteilung erreicht
werden.
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| Biomechanische
Meßmethoden |
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Bevor
die Merkmale des optimalen Liegens erläutert werden sollen,
geht es um die Methoden, mit deren Hilfe die Qualität einer
Liegeunterlage abgeschätzt werden kann. Da die Stellung der
Wirbelsäule von außen nicht unbedingt zu sehen ist,
was noch deutlicher für die Druckverteilung zwischen Mensch
und Matratze Gültigkeit besitzt, sind objektive
Meßmethoden erforderlich.
Zur Messung des Wirbelsäulenverlaufs in Seitenlage wird im
Liegelabor zumeist ein Winkelmesser eingesetzt, der im wesentlichen aus
zwei Komponenten besteht. Die erste Komponente ist ein kleiner
schalenförmiger Block, der von hinten auf die
Wirbelsäule aufgesetzt wird, so dass das Messgerät
und der Verlauf zweier benachbarter Wirbelkörper die gleiche
Stellung im Raum aufweisen. Das zweite Element ist der eigentliche
Sensor, der über die Erfassung der Beschleunigung die Stellung
im Erdfeld ermittelt. Wenn also die Wirbelsäule gerade
verläuft, steht das Messgerät genau waagerecht im
Erdfeld, und es wirkt die volle Erdbeschleunigung. Verläuft
die Wirbelsäule nicht gerade dann wirkt lediglich ein Teil der
Erdbeschleunigung auf den Sensor, und über diesen Anteil ist
die Winkelstellung zu ermitteln. Eine einfachere Methode ist das
Abkleben der Wirbelkörper mit Leuchtpunkten und das erfassen
mit einer Kamera. Auch hier ist in Seitlage die gerade Ausrichtung klar
zu erkennen.
Die Messung der Druckverteilung und des Stützfaktors wird
über eine computergestützte Liegediagnose
durchgeführt. Den Kernpunkt bildet eine mit Sensoren
ausgestattete Messmatte.
Zusammenfassend kann gesagt werden. Es gibt keine gute oder schlechte
Matratze, kein gutes oder schlechtes Liegesystem. Beides muss
über eine sorgfältige Analyse individuell brauchbar
für den Einzelnen ermittelt werden. Dabei sind aber drei
Voraussetzungen zu erfüllen:
* optimale Druckverteilung
* geeigneter Stützfaktor
* physiologisch richtige Lage der Wirbelsäule
Ohne genaue individuelle Liegediagnose kann eigentlich nur eine
Pauschalaussage getroffen werden, der die wissenschaftliche Genauigkeit
fehlt. So verwundert es auch nicht, dass die Stiftung Warentest ein
miserables Urteil über den Bettenfachhandel abgegeben hat.
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| Matratzenbewertung
unter Hinzuziehung der erarbeiteten Kriterien: |
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Federkernmatratzen
haben in der Regel gute
körperunterstützende Eigenschaften, sind aber meist
sehr fest. Einfache Federkernmatratzen reagieren
flächenelastisch und sind dadurch für die
Körperanpassung schlecht geeignet.
Sie passen sich verstellbaren Lattenrosten nicht so gut an wie Latex-
oder Schaumstoffmatratzen. Bei Taschenfederkernen muss auf den Abstand
der Latten geachtet werden, damit die einzelnen Federtaschen
nicht eingeklemmt werden.
Naturmatratzen
Die körperunterstützenden Eigenschaften von
Matratzen, die aus Baumwoll-, Kokosfaser-, Stroh- oder
Roßhaarkernen bestehen, sind höchst
unterschiedlich. Generell sind die „alternativen" Matratzen
aus Naturmaterialien eher zu hart und unelastisch und daher
nicht optimal körperunterstützend.
Vor allem Rosshaarmatratzen bilden im Dauergebrauch relativ schnell
Vertiefungen und Mulden mit der Folge, dass sie sich nicht mehr dem
Körper anpassen und Lageveränderungen behindern. Die
Matratzen müssen häufig gewendet und
schließlich ausgewechselt werden.
Es kann zu Schimmelbildung kommen. Hausstaubmilben lieben
Naturfasermatratzen ganz besonders, was ein zusätzliches
Problem für Allergiker darstellt.
Schwergewichtige Menschen sollten vor allem Futons mit reiner
Baumwollfüllung meiden.
Latex- und
Schaumstoffmatratzen (PUR)
Gute bis sehr gute körperunterstützende Eigenschaften
haben Latex- beziehungsweise Schaumstoffmatratzen. Ohne individuelle
Liegediagnose ist aber kaum der richtige Stützfaktor zu
finden. Defizite bestehen auch in der Auswahl der richtigen
Stauchhärte.
Kaltschaummatratzen
Haben den Vorteil individuell ausgerichtet werden zu können.
Zwingend notwendig aber auch hier die genaue Liegediagnose und
Bestimmung des Stützfaktors. In der Druckverteilung schon
annähernd optimal, braucht dann aber den ausgleichenden
Unterbau.
Viscoelastische
Schaumstoffmatratzen
Viscomatratzen geben eine sehr gute Unterstützung und leisten
auch eine gute Druckverteilung. Ein individueller Stützfaktor
kann fast immer nur in Kombination mit anderen Materialien z.B.:
Kaltschaum mittels einer genauen Liegediagnose erreicht werden.
Außerdem erschweren Viscomatratzen den für die
Spannung und Entspannung von Muskeln und Bandscheiben wichtigen
Lagewechsel im Schlaf. Sind überwiegend engporig und
verhindern die Luftzirkulation.
Wassermatratzen
Grundsätzlich könnten Wassermatratzen die geforderten
Kriterien erfüllen. Voraussetzung aber sind Genauigkeit und
Sorgfalt bei der Herstellung, Materialbeschaffenheit und individuelle
Befüllung! Ansonsten können Schläfer auf
Wasserbetten zu sehr einsinken, so dass die Wirbelsäule nicht
in ihrer natürlichen Krümmung liegt.
Luftbetten
Können ebenfalls die geforderten Kriterien erfüllen.
Vorteil hier ist ebenso wie beim Wasserbett die individuelle
Druckeinstellung des Systems. Der Liegekomfort wird aber eindeutig auch
durch die umgebenden Materialien des Luftkerns bestimmt. Eine
zusätzliche Lordoseunterstützung des Kerns sollte mit
in den Luftkern integriert sein.
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| Schlussbemerkung |
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In
diesem Dschungel ist es für den Endverbraucher nicht
möglich das für ihn richtige Schlafsystem zu finden.
Zum einen weil ein kurzes Probeliegen so gut wie keine Erkenntnisse
bringen kann, zum anderen weil die notwendige Messtechnik nirgendwo
vorhanden ist.
Bedacht werden muss auch, dass neben den technischen Eigenschaften
eines Schlafsystems, welche die physiologischen und
orthopädischen Liegeeigenschaften beeinflussen, die
emotionalen Unterschiede der Matratzen auch hier nicht beschrieben
wurde und nicht beschrieben werden kann, da jeder Mensch ein anderes
empfinden hat.
Letztlich bleibt nur die Lösung eines mehrwöchigen
Probeschlafens auf mehreren Systemen um dann im direkten Vergleich der
Testphasen, das Bett zu finden, dass sowohl dafür sorgt,
morgens ohne Verspannungen und Rückenschmerzen zu erwachen,
als auch das Wohlbefinden fördert. Die Beste Matratze bringt
dem Schläfer gar nichts, wenn er sich nicht darauf
wohlfühlt.
Wir hoffen Ihnen mit dieser kleinen Broschüre die Geheimnisse
des gesunden Schlafes etwas näher gebracht zu haben und
empfehlen Ihnen zusätzlich die
Broschüre „Schlafen lernen“ mit
nützlichen Tipps für eine angenehme Nacht.
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